Voraussichtliche Entwicklung der Beschaffungs- und Finanzmärkte

Beschaffungsmärkte

Wir erwarten unverändert keine Engpässe auf der Beschaffungsseite. Aufgrund der Überversorgung am Ölmarkt ist in der zweiten Jahreshälfte kein wesentlicher Ölpreisanstieg zu erwarten, jedoch sind aufgrund der geopolitischen Risiken negative Überraschungen möglich. In Deutschland wird weiter um die Ausgestaltung des neuen Strommarktdesigns (Strommarkt 2.0) gerungen. Die Großhandelspreise dürften sich ohne politische Interventionen weiter nach unten bewegen. Insgesamt gehen wir unverändert von einer moderaten Energie- und Rohstoffpreisentwicklung aus.

Finanzmärkte

Aufgrund der auch durch das Programm zum direkten Ankauf von Wertpapieren (Quantitative Easing) der Europäischen Zentralbank (EZB) bedingten Anlageknappheit auf dem deutschen Anleihemarkt wie auch durch die weiterhin ungelöste Griechenland-Frage ist im Verlauf des Jahres von einer Rückkehr der Anleihekurse annähernd hin zu historischen Höchstständen auszugehen.

Das geringe Zinsniveau im Euro-Raum dürfte daher bis auf Weiteres Bestand haben, da mit einer Zinswende der EZB vorerst nicht zu rechnen ist.

Ein grundsätzliches Risiko ist die Ungewissheit über Leitzinsveränderungen der weltweit größten Notenbanken. Da die US-Notenbank nach derzeitiger Einschätzung die Leitzinsen früher als die EZB erhöhen wird, ist die Reallokation von Kapital auf den US-Finanzmarkt wahrscheinlich. Die dadurch gesunkene Nachfrage nach europäischen Finanzanlagen dürfte die Kurse temporär unter Druck setzen.

nach oben