Konjunkturelle Aussichten

Die Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2015 basieren auf der Annahme keiner weiteren Verschlechterung der geopolitischen Lage. Unsere Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2015 aus dem März 2015 halten wir im Wesentlichen aufrecht, allerdings erwarten wir auf Basis aktualisierter Einschätzungen eine schwächere Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthandels.


Voraussichtliche Entwicklung
[in %]

2014

2015

(Prognose
März)

2015
(Prognose
 Juli)

BIP Welt

2,7

~+3,0

~+2,5

Welthandel 1)

3,5

~+4,0

+2,5

BIP Euro-Raum

0,9

~+1,5

~+1,5

BIP Deutschland

1,6

~+2,0

~+2,0

1) Nur Warenhandel.

Die preis- und kalenderbereinigten Daten für 2014 entsprechen den per 
Juli 2015 verfügbaren Erkenntnissen und Einschätzungen. Die Erwartungen 
für 2015 sind auf halbe Prozentpunkte gerundet.

Quelle: Oxford Economics

Im Jahr 2015 gehen wir nun von einem Wachstum der Weltwirtschaft im Rahmen der Vorjahre aus. Dies bedeutet gegenüber unserer früheren Prognose einen leichten Rückgang. Im weiteren Jahresverlauf werden sich die wesentlichen Entwicklungen aus der ersten Jahreshälfte 2015 fortsetzen. Insbesondere gehen wir von einem Fortschreiten der Erholung im Euro-Raum aus. Dagegen wird die US-amerikanische Wirtschaft den schwachen Jahresstart voraussichtlich nicht vollständig aufholen können und im Gesamtjahr etwas schwächer wachsen als im Vorjahr.

Die Wirtschaft mehrerer wirtschaftlich bedeutender Schwellenländer wie Argentinien, Brasilien und Russland wird 2015 nur geringfügig wachsen oder sogar schrumpfen. Dagegen beschleunigt sich das Wachstum etwa in Indien. Unter dem Strich hat für die Weltwirtschaft die Verlangsamung des Wachstums in China die größten Auswirkungen. Die Entwicklung Chinas ist auch ein maßgeblicher Grund für das in langjähriger Betrachtung sehr schwache Wachstum des Welthandels in diesem Jahr. Ein Teil der schwachen Entwicklung des Handelswerts kann allerdings auch durch den Rückgang der Rohstoffpreise erklärt werden und wirkt sich nicht auf die transportierten Mengen aus.

In Europa werden voraussichtlich weiterhin einige Volkswirtschaften außerhalb des Euro-Raums am stärksten wachsen, insbesondere Großbritannien, Polen und Schweden. Innerhalb des Euro-Raums setzt sich die Erholung fort, das Wachstum bleibt in mehreren großen Ländern wie Frankreich und Italien jedoch schwach. Des Weiteren bestehen Unsicherheiten infolge der Gespräche bezüglich eines dritten Hilfspakets für Griechenland.

Das relativ geringe BIP-Wachstum in Deutschland im ersten Quartal ist zumindest teilweise auf Veränderungen der Lagerbestände zurückzuführen und wird deshalb voraussichtlich durch ein höheres Wachstum während des restlichen Jahres kompensiert. Weiterhin stützt eine kräftige Konsumnachfrage, befeuert von einer hohen Beschäftigung, Tarifsteigerungen und niedriger Inflation, die Konjunktur. Daneben wirkt sich der schwache Euro positiv auf die Exporte aus, weil er deutsche Produkte außerhalb des Euro-Raums wettbewerbsfähiger macht. 

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