Verhalten positive Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft

Das globale Wirtschaftswachstum war zu Jahresbeginn 2015 etwas schwächer als erwartet. Ein wichtiger Grund hierfür war das enttäuschende Wachstum vieler Schwellenländer. Vor allem in Russland, Brasilien und Argentinien verlangsamte sich das Wachstum oder die Wirtschaftsleistung schrumpfte sogar. Für die Weltwirtschaft bedeutsamer ist jedoch, dass sich das Wachstum in China, wenn auch auf hohem Niveau, weiter abgeschwächt hat. Die fehlende Nachfrage aus China belastete auch den globalen Warenhandel und insbesondere den Export aus den USA und Europa.

  • Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA leicht. Niedrige Arbeitslosigkeit und geringe Inflation sowie deutlich gestiegene Frühindikatoren weisen jedoch darauf hin, dass das Wachstum im Gesamtjahr stabil bleibt. Belastet wird es durch die Dollarstärke. Ursächlich hierfür ist die Antizipation der in diesem Jahr erwarteten Zinswende in den USA durch die Finanzmärkte sowie die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung im Euro-Raum.
  • In China scheint das hohe Niveau der Wachstumsraten der letzten Jahre nicht mehr erreichbar. Zum einen ist die absolute Höhe des BIP inzwischen weit höher, zum
    anderen spiegelt sich darin auch eine geänderte Ausrichtung der Wirtschaftspolitik wider. So sollen eine stärkere Konsumnachfrage und ein wachsender Dienstleistungssektor die Abhängigkeit der Wirtschaft von Investitionen und Exportindustrien vermindern. Das langsamere Wachstum der Investitionen infolge von Überkapazitäten in vielen Sektoren und am Immobilienmarkt im ersten Quartal schwächte die Binnennachfrage ebenfalls. Die Exporte wuchsen schwächer, wegen stark rückläufiger Importe in den ersten Monaten dieses Jahres stieg der Außenbeitrag dennoch kräftig.
  • In Europa bestehen weiterhin große Unterschiede zwischen den einzelnen Volkswirtschaften. Mehrere Länder außerhalb des Euro-Raums (Großbritannien, Polen und Schweden) entwickelten sich zu Jahresbeginn weiter positiv. Innerhalb des Euro-Raums setzte sich die Erholung auf unterschiedlichem Niveau fort. Während Deutschland, Spanien und einige osteuropäische Mitgliedsstaaten ein solides Wachstum verzeichneten, stieg die Wirtschaftsleistung in Italien zwar erstmals seit mehr als drei Jahren wieder, allerdings nur geringfügig. Zunehmend tragen neben dem privaten Konsum auch Exporte und Investitionen zum Wachstum bei. Der Rückfall Griechenlands in die Rezession seit Ende 2014 hat nur geringe Auswirkungen auf das Wachstum im übrigen Euro-Raum.
  • In Deutschland wurde das Wachstum in den ersten Monaten 2015 weiterhin vor allem von der Binnennachfrage getragen. Eine geringe Inflation, steigende Löhne und ein historisch hoher Beschäftigungsstand bewirkten, dass die realen verfügbaren Einkommen und damit die Konsumausgaben anstiegen. Die Kraftstoffpreise sind im ersten Halbjahr 2015 um rund 6% gestiegen, liegen aber per Juni noch um rund 8% unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
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