Euro-Entwicklung weiterhin unter Druck

Die internationalen Devisenmärkte setzten im ersten Halbjahr 2015 die bisherige Richtung fort: Der Euro verlor gegenüber den meisten Währungen weiter an Wert.

Maßgeblicher Treiber hinter dieser Entwicklung sind die Erwartungen der Marktakteure hinsichtlich geldpolitischer Entscheidungen und der weiterhin mit Risiken behafteten realwirtschaftlichen Erholung der Euro-Zone. Die Volatilität nahm infolge der Schuldenproblematik in Griechenland zu.

Die Umsatzentwicklung des DB-Konzerns wurde auch durch Währungskurseffekte beeinflusst. Im ersten Halbjahr 2015 betrugen diese Effekte 481 Mio. €.

  • Der chinesische Yuan (CNY) befand sich im ersten Halbjahr 2015 im Spannungsfeld zwischen einem historisch hohen Außenhandelsüberschuss, der Liberalisierung des Finanzmarkts und einer rückläufigen Investorennachfrage infolge gedämpfter wirtschaftlicher Aussichten. Zur Vermeidung realwirtschaftlicher Effekte aus Kapitalbewegungen kontrolliert die chinesische Zentralbank die Schwankungsbreite des Yuan gegenüber dem US-Dollar.
  • Das britische Pfund (GBP) setzt seine Aufwertung das zweite Jahr in Folge fort und hat im bisherigen Jahres-verlauf knapp 10% gegenüber dem Euro aufgewertet. Das starke Wirtschaftswachstum im Vereinigten Königreich und ein erwartungsgemäß zukünftig wachsendes Leitzinsdifferenzial gegenüber der Euro-Zone sollten den weiteren Kursverlauf stützen.
  • Die schwedische Krone (SEK) verzeichnete im Gegensatz zu vielen anderen Währungen im bisherigen Jahres-verlauf keine nennenswerte Aufwertung. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 hat die Krone sogar abgewertet. Ein sinkender Außenhandelsüberschuss und eine expansiv ausgerichtete Riksbank drücken die Nachfrage nach der Währung.
  • Der US-Dollar (USD) wertete aufgrund der anhaltend hohen Attraktivität für Investoren auf. Schwache Wirtschaftsdaten im ersten Quartal 2015 stoppten diesen Höhenflug zwar vorerst, insbesondere die weiterhin zur Jahreswende zu erwartende Leitzinserhöhung der Federal Reserve (Fed) erhält aber das Aufwertungspotenzial.

Neben der Entwicklung des britischen Pfunds und des US-Dollars wirkten sich zudem vor allem die Entwicklung des Schweizer Franken, des japanischen Yen sowie der norwegischen Krone auf den Ausweis unserer ausstehenden Fremdwährungsanleihen per 30. Juni 2015 aus.

  • Der Schweizer Franken wertete sprunghaft um über 20% auf, nachdem sich die Schweizer Notenbank Anfang des Jahres vom festen Franken-Euro-Kurs verabschiedet hat. Seitdem hat sich diese Entwicklung teilweise wieder etwas revidiert.
  • Der Yen stellt aufgrund der stark expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank im internationalen Vergleich eine Besonderheit dar. Vergleichbare geldpolitische Rahmenbedingungen wie in der Euro-Zone begrenzen das Aufwertungspotenzial des Yen im Gesamtjahr.
  • Die norwegische Krone wertete in den ersten fünf Monaten parallel zu anderen Währungen auf, verlor zuletzt jedoch im Zuge einer Leitzinssenkung durch die Zentralbank wieder an Wert. Hintergrund dieser Maßnahme ist die schwache Wirtschaftsentwicklung in Norwegen, die maßgeblich durch den niedrigen Ölpreis verursacht wird. Hier zeigt sich im Halbjahresvergleich ebenfalls eine Abwertung. 
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