Energiemärkte im Zeichen von Überkapazitäten

Die zentrale Hedge-Politik des DB-Konzerns zielt darauf, Folgen von Energiepreisschwankungen zu minimieren. Die Entwicklung der Marktpreise schlägt daher nicht vollumfänglich auf unsere Aktivitäten durch.

Ölmarkt

 

 

Veränderung
BRENT [IN USD/BBL]1. Halbjahr
2015
2014

absolut

%

Quelle: Thomson Reuters 

Durchschnittspreis

59,4

99,5

–40,1

–8,5

Höchstpreis

69,6

115,7

Tiefstpreis

45,2

55,8

Stichtagspreis per 30.06.2015/31.12.2014 63,6 57,3 6,3 11,0
  • Überangebot im Ölmarkt bleibt weiter bestehen: OPEC fördert über Bedarf. Saudi-Arabien, Irak und Russland produzieren auf Allzeithoch, US-Ölerzeugung erreicht höchsten Stand seit 1972.
  • Einbruch der Ölpreise bewirkt Investitionskürzungen bei konventioneller Förderung und drängt teure Schieferöl-produktion in den USA aus dem Markt, Effizienzsteigerungen beim Fracking verhindern jedoch im Gegenzug einen nennenswerten Rückgang der Fördervolumina.
  • Lagerbestände in den USA und Nordeuropa auf Allzeithoch.
  • Ölpreisentwicklung führt zur Erholung der Nachfrage seitens Konsumenten, Industrienachfrage hält hingegen nicht mit.
  • Jahrestiefststand im Januar bei 45,19 USD/bbl Brent (niedrigster Stand seit März 2009) auch bedingt durch Stärke des US-Dollars.
  • Nach deutlich verstärktem Zufluss an spekulativen Mitteln erreichte Brent Ende Mai sein Halbjahreshoch bei 69,63 USD/bbl.
  • Geopolitische Risiken weiterhin vorhanden.

Strommarkt

Entwicklung Energiepreise     Veränderung
GRUNDLASTSTROM (FOLGEJAHR)
IN €/MWH
1. Halbjahr
2015
2014 absolut

%

Durchschnittspreis

32,0

35,1

–3,1

–8,8

Höchstpreis

34,1

37,0

Tiefstpreis

31,2

32,8

Stichtagspreis per 30.06.2015/31.12.2014

32,1

32,9

–0,8

–2,4

Emissionszertifikate in €/t CO₂

Durchschnittspreis

7,2

6,0

1,2

20,0

Höchstpreis

7,9

7,6

Tiefstpreis

6,3

3,7

Stichtagspreis per 30.06.2015/31.12.2014 7,5 7,3 0,2 2,7
  • Deutsche Versorger leiden unter Energiewende und strukturieren ihr Geschäft um.
  • Fortdauernder, ungesteuerter Zubau von erneuerbaren Energien sorgt für Ausweitung der Überkapazität.
  • Moderne thermische Kraftwerke rentieren sich nicht mehr, während veraltete abgeschriebene Anlagen weiterbetrieben werden.
  • Terminkurve steht unter Druck, Grundlastkontrakt für das Folgejahr erreichte im Mai Allzeittief (31,15 €/MWh).
  • Spotmarkt immer stärker wettergetrieben: Notwendigkeit für Intraday-Anpassungen steigt, Netzbetreiber stehen vor besonderen Herausforderungen für die Netzstabilität.
  • CO₂: Diskussion über Marktstabilitätsreserve sorgte für Volatilität, vorzeitige Einführung Anfang 2019 unterstützt Emissionsmarkt.
  • Klimaschutzabgabe in Deutschland wurde gekippt, stattdessen werden Braunkohlekraftwerke abgeschaltet und als Reserve vorgehalten. Auch beim Netzausbau wurden Fortschritte bei Streitpunkten erzielt.
  • Weltweites Überangebot an Kohle führt zu Allzeittief am nordeuropäischen Markt.
  • EU-Kommission plant Aufhebung der Grenzen zwischen nationalen Energiemärkten (Energie-Union) sowie Harmonisierung der Ökostromförderung und untersucht Kapazitätsmechanismen auf Subventionscharakter.
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