Entwicklung im ersten Halbjahr 2015

  • Negativer Einfluss durch GDL-Streiks.
  • Herausforderndes konjunkturelles und geopolitisches Umfeld.
  • Preis- und Wettbewerbsdruck hat sich sowohl inter- als auch intramodal weiter erhöht.
  

 

1. Halbjahr

Veränderung

DB Schenker Rail

2015

2014

absolut

%

Pünktlichkeit   1) in %

75,0 2)

69,9

Beförderte Güter in Mio. t

150,9

166,7

–15,8

–9,5

Verkehrsleistung in Mio. tkm

48.912

52.019

–3.107

–6,0

Betriebsleistung in Mio. Trkm

93,4

97,1

–3,7

–3,8

Auslastung in t pro Zug

523,7

535,8

–12,1

–2,3

Gesamtumsatz in Mio. €

2.391

2.452

–61

–2,5

Außenumsatz   in Mio. €

2.226

2.292

–66

–2,9

EBITDA bereinigt in Mio. €

74

157

–83

–52,9

EBIT bereinigt in Mio. €

–74

9

–83

EBIT-Marge (bereinigt)   in %

–3,1

0,4

Brutto-Investitionen in Mio. €

91

78

+13

+16,7

Mitarbeiter per 30.06. in VZP30.90731.219–312–1,0

1) Methodenänderung ab 2015.

2) Wert per Mai 2015

Die Pünktlichkeit im Schienengüterverkehr hat sich im Wesentlichen infolge einer Änderung der Berechnungsmethodik deutlich erhöht. Zudem wirkten operative Verbesserungen bei den großen Auslandsgesellschaften positiv auf die Pünktlichkeitsentwicklung im ersten Halbjahr 2015.

Die Marktsituation für den Schienengüterverkehr in Europa ist auch im ersten Halbjahr 2015 herausfordernd geblieben. Zudem belasteten die Streiks der GDL ebenfalls die Entwicklung. Durch neu gewonnene Verkehre im europäischen Netzwerk konnten die daraus resultierenden Effekte nur teilweise kompensiert werden. Die Leistungsentwicklung blieb in der Folge hinter dem ersten Halbjahr 2014 zurück. Die Entwicklung der Menge der beförderten Güter, der Verkehrsleistung und der Auslastung war schwach. Gegensteuerungsmaßnahmen wirkten teilweise kompensierend auf die Entwicklung der Auslastung.

Die Umsatzentwicklung war vor allem streikbedingt schwächer als im ersten Halbjahr 2014. Positiv wirkten Währungskurseffekte in Großbritannien sowie die Entwicklung der Region East und zusätzliche Geschäfte im europäischen Netzwerk, unter anderem in Spanien. Die sonstigen betrieblichen Erträge (–18,2%) verringerten sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 vor allem aufgrund der gesunkenen Erlöse aus dem Verkauf von Lokomotiven und Güterwagen.

Der Materialaufwand (–4,5%) ging infolge des Volumenrückgangs zurück. Dies zeigte sich insbesondere durch geringere Aufwendungen für eingekaufte Transportleistungen und für Energie. Zusätzlich wirkten niedrigere Dieselpreise.

Der Personalaufwand (+4,9%) ist trotz eines niedrigeren Personalbestands im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 tarif- und währungskursbedingt angestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+5,9%) sind unter anderem infolge von höheren Aufwendungen für IT-Projekte angestiegen.

Rückläufige Erträge und zusätzliche Belastungen auf der Aufwandsseite führten insgesamt zu einem deutlichen Rückgang der operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sowie zu einer rückläufigen EBIT-Marge.

Der Schwerpunkt bei den Brutto-Investitionen lag in den Regionen East und Central. Die wesentlichen Investitionen wurden weiterhin in Güterwagen und Lokomotiven getätigt.

Die Zahl der Mitarbeiter war per 30. Juni 2015 leicht rückläufig. Im Wesentlichen wirkten hier Restrukturierungs- und Optimierungsmaßnahmen in Polen. Gegenläufig wirkten Neueinstellungen in Großbritannien und Spanien.

Region Central

  • Streiks der GDL führten zu Verkehrsverlusten.
  • Fehlende konjunkturelle Impulse, intensives Wettbewerbsumfeld.
  • Geopolitisches Umfeld und geringere Dieselpreise führten zu Volumenrückgängen.
 

 

1. Halbjahr

Veränderung

Region Central

Ausgewählte Kennzahlen 
[in Mio. €]

2015

2014

absolut

%

Beförderte Güter in Mio. t

124,8

131,3

–6,5

–5,0

Verkehrsleistung in Mio. tkm

38.495

41.274

–2.779

–6,7

Betriebsleistung in Mio. Trkm

72,5

76,4

–3,9

–5,1

Gesamtumsatz

2.314

2.383

–69

–2,9

Außenumsatz

1.727

1.810

–83

–4,6

EBITDA bereinigt

84

131

–47

–35,9

EBIT bereinigt

–27

19

–46

Brutto-Investitionen

54

49

+5

+10,2

Mitarbeiter per 30.06. in VZP19.80620.223–417–2,1

Die Menge der beförderten Güter und die Verkehrsleistung waren in der Region Central im ersten Halbjahr 2015 rückläufig. Dies resultierte aus den Streiks der GDL [ Seite 24 ], fehlenden konjunkturellen Impulsen, einer Intensivierung des Wettbewerbsumfelds sowie geopolitischen Unsicherheiten. Der intermodale Wettbewerbsdruck erhöhte sich zusätzlich infolge einer Kostenentlastung von Straßenverkehr und Binnenschifffahrt aufgrund deutlich gesunkener Dieselpreise. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen war auch die Betriebsleistung rückläufig. Durch Gegensteuerungsmaßnahmen konnte trotz der geringeren Verkehre die Auslastung weitgehend stabilisiert werden (–1,6%).

Infolge der Leistungsentwicklung war auch die Umsatzentwicklung in der Region Central rückläufig. Auch die sonstigen betrieblichen Erträge (–7,5%) verringerten sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2014. Gründe hierfür sind geringere Erträge aus dem Verkauf von Lokomotiven und Güterwagen sowie geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Der Materialaufwand (–3,4%) verringerte sich im ersten Halbjahr 2015 leistungsbedingt. Der Personalaufwand (+1,4%) stieg tarifbedingt an.

Der Rückgang der Erträge konnte nicht vollständig durch Aufwandsrückgänge kompensiert werden. Die bereinigten Ergebnisgrößen EBIT und EBITDA entwickelten sich insbesondere streikbedingt deutlich schwächer als im ersten Halbjahr 2014.

Die Brutto-Investitionen verzeichneten infolge der Umsetzung von Anforderungen zur Einführung neuer Zugsicherungssysteme einen Anstieg.

Die Mitarbeiterzahl lag unter anderem fluktuationsbedingt unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2014.

Region West

  • Rückgang der Kohletransporte in Großbritannien dämpfte Leistungsentwicklung.
  • Spürbare Auswirkungen durch Währungskurseffekte.
  • Verbesserte Entwicklung in Spanien und Frankreich.
 

 

1. Halbjahr

Veränderung

Region West

Ausgewählte Kennzahlen 
[in Mio. €]

2015

2014

absolut

%

Beförderte Güter in Mio. t

40,1

48,0

–7,9

–16,5

Verkehrsleistung in Mio. tkm

8.244

8.771

–527

–6,0

Betriebsleistung in Mio. Trkm

17,1

17,2

–0,1

–0,6

Gesamtumsatz

475

457

+18

+3,9

Außenumsatz

412

398

+14

+3,5

EBITDA bereinigt

16

34

–18

–52,9

EBIT bereinigt

–13

6

–19

Brutto-Investitionen

17

16

+1

+6,3

Mitarbeiter per 30.06. in VZP5.6255.539+86+1,6

Die Leistungsentwicklung in der Region West war im ersten Halbjahr 2015 schwach. Die Menge der beförderten Güter, die Verkehrsleistung und die Betriebsleistung sowie die Auslastung verzeichneten vor allem aufgrund eines Rückgangs der Kohleverkehre in Großbritannien zum Teil
deutliche Rückgänge. Die Entwicklung der Kohleverkehre resultierte neben einer gesetzlichen Änderung (CO₂-Besteuerung) vor allem aus gesunkenen Gaspreisen, in deren Folge Kombi-Kraftwerke von Kohlebetrieb auf Gasbefeuerung umstellten. Positive Impulse kamen aus einer stärkeren Leistungsentwicklung in Frankreich.

Die schwächere Umsatzentwicklung im operativen Geschäft in Großbritannien wurde durch positive Währungseffekte überkompensiert. Sowohl Spanien als auch Frankreich lagen umsatzseitig aufgrund neuer Verkehre über dem Niveau des ersten Halbjahres 2014. Die sonstigen betrieblichen Erträge (–0,8%) lagen leicht unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Dies resultierte aus gesunkenen Mieteinnahmen aufgrund von Veränderungen im Immobilienbestand.

Die Aufwandsentwicklung wurde gegenläufig durch Währungskurseffekte belastet. Im Materialaufwand (+5,6%) wirkten sich zudem höhere Aufwendungen für eingekaufte Transportleistungen und Instandhaltung aus. Dämpfend wirkten niedrigere Dieselpreise. Zusätzliche Mitarbeiter, Tarifeffekte und Währungskurseffekte führten zu einer Erhöhung des Personalaufwands (+12,8%).

Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+3,3%) und die Abschreibungen (+3,0%) stiegen währungskursbedingt im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014.

Insgesamt stiegen die Aufwendungen stärker als die Erlöse, sodass das bereinigte EBITDA und das bereinigte EBIT zurückgingen.

Die Brutto-Investitionen lagen vor allem währungskursbedingt leicht über dem Niveau des ersten Halbjahres 2014.

Die Mitarbeiterzahl stieg aufgrund der Übernahme von Leiharbeitern in Großbritannien und neuer Verkehre in Spanien.

Region East

  • Positive Entwicklung in Südosteuropa.
  • Geopolitisches Umfeld dämpfte Verkehrsleistung.
  • Portfoliomaßnahmen als Reaktion auf das Marktumfeld im Kohlemarkt in Polen.
 

 

1. Halbjahr

Veränderung

Region EASt

Ausgewählte Kennzahlen 
[in Mio. €]

2015

2014

absolut

%

Beförderte Güter in Mio. t

7,9

7,6

+0,3

+3,9

Verkehrsleistung in Mio. tkm

2.173

1.973

+200

+10,1

Betriebsleistung in Mio. Trkm

3,8

3,5

+0,3

+8,6

Gesamtumsatz

124

117

+7

+6,0

Außenumsatz

86

84

+2

+2,4

EBITDA bereinigt

15

11

+4

+36,4

EBIT bereinigt

7

2

+5

Brutto-Investitionen

20

13

+7

+53,8

Mitarbeiter per 30.06. in VZP4.3114.419–108–2,4

Die Menge der beförderten Güter, die Verkehrs- und die Betriebsleistung entwickelten sich über dem Niveau des ersten Halbjahres 2014. Hier wirkte sich die positive Geschäftsentwicklung in Südosteuropa aus.

Der Umsatz entwickelte sich dementsprechend positiv. Dämpfend wirkten Einbußen in den wichtigen Ost-West-Verkehren infolge der Ukraine-Krise. Die sonstigen betrieblichen Erträge (–5,6%) lagen unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums.

Der Materialaufwand (–3,8%) verringerte sich ebenfalls. Gestiegene eingekaufte Transportleistungen und höhere Trassennutzungsentgelte konnten durch Einsparungen unter anderem bei Energiekosten überkompensiert werden. Hier kamen unter anderem Restrukturierungsmaßnahmen in Polen zum Tragen. Der Anstieg des Personalaufwands (+1,4%) resultierte aus dem Geschäftsausbau in Südosteuropa.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+2,8%) lagen aufgrund der Bildung von Rückstellungen für Prozessrisiken über dem Wert des ersten Halbjahres 2014.

Insgesamt entwickelten sich die operativen Ergebnisgrößen bereinigtes EBIT und EBITDA positiv.

Die Brutto-Investitionen stiegen infolge der Beschaffung von Lokomotiven in Polen an.

Die Mitarbeiterzahl ging insbesondere aufgrund der Restrukturierungs- und Optimierungsmaßnahmen in Polen zurück. Gegenläufig wirkten Einstellungen infolge des Geschäftsausbaus in Südosteuropa.

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